Industrielandschaft 2050

Industrielandschaft 2050. Text und Renderings von Tobias Knödel, 2019.

Konzeptidee

Jahr 2050 – die Menschheit hat allen Klimakatastrophen und aktivistischen Bewegungen zum Trotze den letztmöglichen Zeitpunkt verpasst, rechtzeitig die Umweltpolitik in den Griff zu bekommen und dem Klimaschutz die höchste Priorität zuzuschreiben. Der Aufschrei innerhalb der Bevölkerung war groß, als die letzten Chancen von Woche zu Woche verstrichen. Nun gibt es seit gut 10 Jahren kein Zurück mehr und die Erde verändert sich unaufhaltsam – mehr und mehr zu einer vermüllten, lebensfeindlichen Staubkugel, mit der man sich von Tag zu Tag zu arrangieren versucht. Der Fortschritt wird bedingt durch den planetaren Wandel, der planetare Wandel vorangetrieben durch den Fortschritt. Aus der großen Frustration, die als eine Art Phase vorüberging, wurde die große Lethargie, wie sie heute allgegenwärtig ist. Als die Luft zum Atmen knapp und die Oberfläche nahezu unbewohnbar wurde, baute man auf der Suche nach Alternativen – zunächst vorläufig – in die Höhe, um kühlere und „frischere“ Luftschichten zu erreichen und nutzen zu können. Später verfolgte man schließlich nur noch dieses Konzept und baute es nach und nach aus. Heute sind daraus ganze „Wolkenstädte“ mit einer zentralisierten Weltregierung geworden, in denen der Großteil der verbliebenen Bevölkerung lebt. Darunter „hängen“ schmutzig und verwahrlost jeweils die überlebenswichtigen und gleichzeitig doch so zerstörerischen Industrie- und Versorgungskomplexe, die stetig und unermüdlich dafür sorgen, dass ein Überleben in der Stadt überhaupt noch möglich ist. Die Erdoberfläche, mittlerweile nur noch durch gigantische Aufzüge zu erreichen, bekommt unterdessen abgesehen von Schrottsammlern und einfachsten Arbeitern nur noch selten jemand zu sehen…

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Vorbilder

Meine Idee einer Zukunftsvision im Jahre 2050 wird hoffentlich niemals Wirklichkeit werden. Sie beschreibt ein dystopisches Szenario, in dem die Welt unwiederbringlich der Verschmutzung und Ausbeutung durch die Menschheit zum Opfer gefallen ist, weil sich niemand rechtzeitig darum gekümmert hat Phänomene wie den Klimawandel aufzuhalten. Demnach ist die Idee nicht zuletzt auch als eine Art Weckruf bzw. Appell an den Rezipienten zu verstehen, der durch aktuelle Gegebenheiten inspiriert ist: Zu keiner Zeit war beispielsweise der Umweltschutz als heiß diskutiertes Thema in den Medien so präsent wie jetzt. Konkret habe ich in meiner 3D-Szene die Idee der unteren Industriekomplexe aufgegriffen und einen rein fiktiven, stellvertretenden Ausschnitt daraus erschaffen. Dieser besteht hauptsächlich aus zwei aufeinander liegenden Plattformen, von denen jeweils verschiedene, brückenartige Elemente ausgehen. Alles umrandet von zwei unterschiedlichen Geländertypen. Darüber verlaufen einige verrostete Pipelines, welche mit großen, runden, kesselartigen Tanks verbunden sind. Abgesehen davon schließt ein einfaches Gebäude auf der einen Seite an die Plattformen an. Als inhaltliche Inspiration fungierte wie bereits erwähnt der Klimaschutz als mir persönlich sehr wichtiges Thema der heutigen Zeit, als optische Inspiration diente mir neben ein paar wenigen Designs aus Videospielen oder Filmsequenzen (u. a. Star Wars) der Landschaftspark Duisburg-Nord. Dabei handelt es sich um ein altes, stillgelegtes Hüttenwerk, welches mittlerweile zusammen mit dem umliegenden Industriegebiet unter Denkmalschutz gestellt wurde und von landschaftlich geprägten Parkanlagen umgeben ist. Hier sind auch einige der im Projekt verwendeten Texturen entstanden, indem ich verschiedene, metallische Oberflächenbeschaffenheiten und Strukturen fotografierte und nach Bedarf bearbeitete. Zu dieser Kulturstätte habe ich einen ganz besonderen Bezug, da ich mich dort sehr oft und sehr gerne aufgehalten habe, als ich noch in Mülheim an der Ruhr gewohnt habe. Sei dort ein Konzert gewesen, das ich mit meiner Freundin besucht habe, oder sei es lediglich zum Spazierengehen gewesen. Auch habe ich mich dort des öfteren mit Freunden getroffen oder Sport getrieben.

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Umsetzung

Tobias Knödel entschied sich für Blender. Er benutzt neben eigenen Texturen auch welche von poliigoncom und texturehaven.com. Die Arbeit entstand im 2. Semester im Fach Einführung in 3D-Raum & Szene.

Ein Gedanke zu „Industrielandschaft 2050

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